Schon einzelne Blühpflanzen können Bienen, Hummeln und anderen Bestäubern wertvolle Nahrung bieten.
Als Partner der Internationalen Gartenausstellung, kurz IGA 2027, beschäftigen wir uns intensiv mit naturnahen Gärten und Artenvielfalt. Die gute Nachricht: Schon kleine Veränderungen können viel bewirken. Ein paar zusätzliche Blühpflanzen, eine wilde Ecke oder eine kleine Wasserstelle reichen oft aus, um deinen Garten für viele Insekten attraktiver zu machen.
Eine Übersicht für alle, die direkt zu einer Wissensblüte fliegen möchten
- Warum ist ein insektenfreundlicher Garten wichtig?
- Diese Insekten freuen sich über deinen Garten
- Wie mache ich meinen Garten insektenfreundlich?
- Bienenfreundlicher Garten: Diese Pflanzen mögen Bienen
- Schmetterlingsfreundlicher Garten: So lockst du Falter an
- Wildblumenwiese anlegen: Darauf solltest du achten
- Was bringt Totholz im Garten?
- Insektenhotel bauen oder kaufen?
- Kein Garten? So wird auch dein Balkon insektenfreundlich
- Geschwächte Hummel gefunden – was tun?
Warum ist ein insektenfreundlicher Garten wichtig?
Viele Pflanzen sind auf Insekten als Bestäuber angewiesen. Ohne Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere kleine Helfer würden zahlreiche Blumen, Obstbäume und Gemüsepflanzen deutlich schlechter gedeihen. Gleichzeitig dienen Insekten vielen Vögeln und anderen Tieren als Nahrung.
Leider wird das Summen und Brummen in vielen Regionen leiser. Versiegelte Flächen, penibel gestutzte Rasenflächen und fehlende Nahrungsquellen machen es zahlreichen Arten schwer. Dabei steckt gerade in privaten Gärten enormes Potenzial. Schon wenige Quadratmeter mit den richtigen Pflanzen können zu einer wertvollen Oase werden.
Gut zu wissen: Viele Maßnahmen helfen nicht nur Insekten. Auch Gartenvögel profitieren von naturnahen Gärten, denn sie finden dort Nahrung, Schutz und spannende kleine Lebensräume.
Diese Insekten freuen sich über deinen Garten
Nicht jedes Krabbeln und Summen ist ein Grund zur Sorge. Viele Insekten übernehmen wichtige Aufgaben und sorgen dafür, dass im Garten ein natürliches Gleichgewicht entsteht.
Wildbienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern überhaupt. Anders als Honigbienen leben viele Arten allein und benötigen Nistplätze in Totholz, offenen Bodenstellen oder Insektenhotels.
Hummeln sind die flauschigen Kraftpakete unter den Bestäubern. Sie fliegen oft schon dann, wenn andere Insekten noch gar nicht unterwegs sind.
Schmetterlinge bringen Farbe in den Garten und helfen ebenfalls bei der Bestäubung vieler Pflanzen. Auch Marienkäfer, Schwebfliegen, Wespen und Hornissen haben ihren Platz im naturnahen Garten.
Wie mache ich meinen Garten insektenfreundlich? Die 5 besten Tipps unseres elles-Teams
Die gute Nachricht: Du musst deinen Garten nicht komplett umkrempeln. Oft reichen schon wenige Veränderungen aus.
Nahrung, Wasser und Rückzugsorte: Diese Kombination macht deinen Garten besonders wertvoll für Insekten.
Bienenfreundlicher Garten: Diese Pflanzen mögen Maja und Willi besonders
Wer einen bienenfreundlichen Garten anlegen möchte, sollte auf nektarreiche Pflanzen setzen. Besonders beliebt sind Lavendel, Salbei, Katzenminze, Kornblume, Sonnenhut, Natternkopf oder Thymian.
Viele dieser Pflanzen blühen über mehrere Monate hinweg und liefern reichlich Nahrung. Vielleicht hast du einige davon sogar schon im Garten. Dann lohnt sich an sonnigen Tagen ein genauer Blick: Oft tummeln sich dort gleich mehrere Bienen- und Hummelarten gleichzeitig.
Schmetterlingsfreundlicher Garten: So lockst du bunte Falter an
Kaum ein Insekt steht so sehr für ein Gartenparadies wie der Schmetterling. Wenn die bunten Falter zwischen den Blüten tanzen, wird aus einer Pflanzfläche schnell ein kleines Naturkino.
Besonders beliebt bei Schmetterlingen sind Flockenblumen, Dost, Wiesensalbei, Wilde Karde oder Sommerflieder. Je abwechslungsreicher dein Garten gestaltet ist, desto größer ist die Chance, verschiedene Arten anzulocken.
Schmetterlinge lieben blütenreiche Gärten, besonders, wenn dort über viele Monate hinweg Nahrung zu finden ist.
Abends lohnt sich der Blick ebenfalls: Nachtfalter gehören auch zu den wichtigen Bestäubern. Sie sind oft unscheinbarer, aber nicht weniger faszinierend.
Wildblumenwiese anlegen: Warum sie oft besser ist als ein perfekter Rasen
Hand aufs Herz: Ein perfekt gemähter Rasen sieht ordentlich aus, bietet Insekten aber kaum Nahrung. Für Bienen und Schmetterlinge ist er oft nicht viel mehr als eine grüne Wüste.
Ganz anders sieht es bei einer Wildblumenwiese aus. Zwischen Kornblumen, Margeriten und vielen anderen heimischen Blütenpflanzen summt, flattert und brummt es den ganzen Sommer über.
Eine kleine Wildblumenwiese oder ein schmaler Blühstreifen kann schon viel bewirken.
Die gute Nachricht: Du musst dafür nicht deinen gesamten Rasen umwandeln. Oft reicht bereits eine kleine Ecke im Garten oder ein schmaler Blühstreifen entlang eines Zauns. Schon wenige Quadratmeter können einen überraschend großen Unterschied machen.
Wichtig ist auch hier der richtige Zeitpunkt. Viele Saatmischungen werden im Frühjahr oder Herbst ausgesät. Außerdem braucht eine Wildblumenwiese etwas Geduld: Viele Pflanzen entwickeln sich erst im zweiten Jahr richtig.
Was bringt Totholz im Garten?
Ein abgestorbener Ast wirkt auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar. Für viele Insekten ist er jedoch ein echtes Luxus-Hotel. Zwischen Ritzen und Hohlräumen finden Wildbienen, Käfer und viele weitere Arten Schutz, Rückzugsorte und Nistmöglichkeiten.
Deshalb muss im naturnahen Garten nicht jeder Ast sofort entfernt werden. Oft reicht bereits ein kleiner Totholzhaufen in einer ruhigen Ecke.
Insektenhotel bauen oder kaufen: Was wirklich wichtig ist
Insektenhotels sind gewissermaßen die künstliche Variante dessen, was Totholz in der Natur ganz von selbst bietet. Sie schaffen zusätzliche Nistmöglichkeiten für Wildbienen und andere nützliche Insekten, wenn natürliche Rückzugsorte fehlen.
Allerdings helfen nicht alle Modelle gleichermaßen. Viele günstige Varianten sehen zwar dekorativ aus, enthalten aber unsaubere Bohrlöcher oder ungeeignete Materialien. Diese werden von den Insekten oft gemieden.
Darauf solltest du achten: Saubere, splitterfreie Bohrungen, natürliche Materialien und ein sonniger, trockener Standort sind besonders wichtig. Ideal ist eine Ausrichtung nach Süden oder Südosten.
Wichtig außerdem: Ein Insektenhotel ersetzt keine Blühpflanzen. Nahrung und Nistplätze gehören immer zusammen.
Kein Garten? So wird auch dein Balkon insektenfreundlich
Du brauchst keinen großen Garten, um etwas für Insekten zu tun. Schon ein kleiner Balkon kann zu einer wertvollen Tankstelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge werden.
Lavendel, Katzenminze, Salbei oder Thymian fühlen sich auch in Balkonkästen wohl und werden gerne besucht. Ergänzt durch eine kleine Wasserschale entsteht selbst auf wenigen Quadratmetern ein wichtiger Lebensraum.
Geschwächte Hummel gefunden – was tun?
Manchmal sitzt eine Hummel regungslos auf dem Boden und wirkt erschöpft. Besonders im Frühjahr kommt das gelegentlich vor.
Beobachte das Tier zunächst einige Minuten. Oft sammelt die Hummel nur Kraft oder wärmt sich auf. Wirkt sie tatsächlich geschwächt, kannst du einen kleinen Tropfen Zuckerwasser anbieten. Honig solltest du nicht verwenden, da er Krankheitserreger übertragen kann.
Ähnliches gilt häufig auch für andere Bestäuber wie Bienen oder Schmetterlinge. Nicht jedes scheinbar erschöpfte Insekt benötigt Hilfe. Oft reicht es bereits, das Tier an einen geschützten Ort in der Nähe von Blütenpflanzen zu setzen und ihm etwas Zeit zu geben.
Mit kleinen Veränderungen Großes bewirken
Ein insektenfreundlicher Garten muss weder perfekt noch riesig sein. Schon einzelne Blühpflanzen, eine kleine Wildblumenwiese, etwas Totholz oder ein Insektenhotel können einen Unterschied machen.
Jede zusätzliche Blüte wird zur Nahrungsquelle. Jede wilde Ecke schafft neuen Lebensraum. Und jedes Summen im Garten zeigt, dass die Natur ein kleines Stück zurückgekehrt ist.
Lehn dich zurück und genieße das Brummen der Hummeln, das Summen der Bienen und das Flattern der Schmetterlinge.
Wenn du noch mehr Inspiration für naturnahe Gärten, Artenvielfalt und Gartengestaltung suchst, lohnt sich ein Besuch der IGA 2027. An verschiedenen Standorten im Ruhrgebiet erwarten dich zahlreiche Ideen, wie schon kleine Veränderungen große Wirkung für Mensch, Tier und Natur entfalten können.