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15.09.26

Haussperling (1 von 1)

Haussperling (Spatz)

Der Haussperling gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Gartenvögeln Deutschlands. Obwohl ihn fast jeder kennt, wird oft übersehen, wie spannend sein Verhalten ist. Spatzen leben in Gruppen, kommunizieren ständig miteinander und sind selten allein unterwegs.

Früher waren Haussperlinge nahezu überall anzutreffen. Heute sind ihre Bestände in vielen Städten rückläufig. Umso wichtiger sind naturnahe Gärten, geeignete Nistmöglichkeiten und ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot.

Haussperling auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Passer domesticus
Familie
Sperlinge
Größe
14–16 cm
Gewicht
24–39 g
Spannweite
21–25 cm
Lebenserwartung
durchschnittlich 3–5 Jahre
Lebensraum
Gärten, Städte, Dörfer und Parks
Nahrung
Samen, Körner und Insekten
Zugverhalten
Standvogel
Brutzeit
April bis August

So erkennst du einen Haussperling

Der Haussperling ist ein kleiner, kräftig gebauter Singvogel mit rundlichem Körper und kurzem, kräftigem Schnabel. Sein Gefieder wirkt überwiegend braun und grau und bietet eine gute Tarnung.

Spatzen bewegen sich meist hüpfend über den Boden und suchen dort gemeinsam nach Nahrung. Auffällig ist ihr ständiges Zwitschern – besonders dann, wenn mehrere Tiere gemeinsam unterwegs sind.

Typisch Spatz Rundlicher Körper, kurzer kräftiger Schnabel, hüpfende Fortbewegung und fast immer in geselliger Runde unterwegs.

Haussperling-Männchen und Weibchen unterscheiden

Der Haussperling gehört zu den Vogelarten, bei denen sich Männchen und Weibchen gut unterscheiden lassen. Kopfzeichnung, Kehlfleck und Gefiederfarbe geben meist schnell Aufschluss.

Das Haussperling-Männchen

Das Männchen besitzt eine graue Kopfplatte, kastanienbraune Seiten am Kopf und einen auffälligen schwarzen Kehlfleck, der oft auch als „Latz“ bezeichnet wird. Rücken und Flügel sind braun mit schwarzen Streifen.

Je älter das Männchen ist, desto kräftiger fällt häufig der schwarze Brustfleck aus.

Das Haussperling-Weibchen

Das Weibchen wirkt deutlich schlichter. Sein Gefieder ist überwiegend sandbraun bis graubraun. Es besitzt keinen schwarzen Kehlfleck und keine graue Kopfplatte.

Durch die unauffällige Färbung ist das Weibchen während der Brutzeit hervorragend getarnt.

Wie sehen junge Haussperlinge aus?

Junge Haussperlinge ähneln zunächst dem Weibchen. Erst nach der Jugendmauser entwickeln die jungen Männchen ihren charakteristischen schwarzen Kehlfleck und die graue Kopfplatte.

Lebensraum: Wo lebt der Haussperling?

Wie sein Name bereits verrät, lebt der Haussperling besonders gern in der Nähe des Menschen. Besonders wohl fühlt er sich dort, wo Gebäude, Hecken, Sträucher und offene Flächen eng beieinander liegen.

Gärten
Wohngebiete
Bauernhöfe
Dörfer
Innenstädte
Parks

Da Haussperlinge Standvögel sind, bleiben sie das ganze Jahr über in ihrem Revier.

Was frisst ein Haussperling?

Der Speiseplan des Haussperlings verändert sich je nach Jahreszeit. Erwachsene Spatzen fressen überwiegend pflanzliche Nahrung, während Jungvögel in der Brutzeit besonders eiweißreiche Insekten benötigen.

Frühling und Sommer

Während der Brutzeit benötigen die Jungvögel besonders viel Eiweiß. Deshalb sammeln die Eltern unter anderem:

Raupen
Blattläuse
Käfer
Fliegen
Spinnen
kleine Insekten

Eiweiß für den Nachwuchs Obwohl erwachsene Spatzen überwiegend Körnerfresser sind, wachsen ihre Jungen fast ausschließlich mit Insekten auf.

Herbst und Winter

Außerhalb der Brutzeit stehen vor allem pflanzliche Nahrungsquellen auf dem Speiseplan.

Sonnenblumenkerne
Hirse
Hafer
Getreide
Sämereien
weiches Streufutter

An Futterstellen fressen Haussperlinge häufig gemeinsam in kleinen Gruppen.

Brutzeit des Haussperlings

Die Brutzeit beginnt meist im April und reicht bis in den August. Haussperlinge bauen ihre Nester bevorzugt in Gebäudenischen, unter Dachziegeln, in Mauerspalten oder in speziellen Sperlings-Nistkästen.

Das Nest besteht aus Halmen, Gräsern, Federn und weichem Pflanzenmaterial. Während das Weibchen die Eier etwa zwei Wochen lang bebrütet, beteiligt sich das Männchen an der Versorgung und Verteidigung des Reviers.

GelegeMeist vier bis sechs Eier
BrutdauerEtwa zwei Wochen
NestlingszeitRund zwei Wochen
Bruten pro JahrHäufig bis zu drei

Nach dem Schlüpfen werden die Jungvögel etwa zwei Wochen lang intensiv gefüttert. Haussperlinge ziehen häufig drei Bruten pro Jahr groß.

Spatzen mögen Gesellschaft Als Koloniebrüter nehmen Haussperlinge gern Nisthilfen mit mehreren getrennten Brutkammern an.

Gesang und Verhalten

Der typische Ruf des Haussperlings besteht aus kurzen, kräftigen „Tschilp“-Lauten. Besonders morgens und abends entsteht in größeren Gruppen ein lebhaftes Konzert.

Haussperlinge gelten als ausgesprochen gesellige Vögel. Sie leben fast immer in kleinen Kolonien und verbringen viel Zeit gemeinsam beim Fressen, Baden oder Ruhen.

Sandbad statt Schaumbad Ein besonders typisches Verhalten ist das gemeinsame Sandbaden. Dabei reinigen die Vögel ihr Gefieder und befreien sich von Parasiten.

So kannst du Haussperlinge unterstützen

Mit einfachen Maßnahmen lässt sich ein Garten spatzenfreundlich gestalten. Wichtig sind geschützte Rückzugsorte, natürliche Nahrungsquellen, Wasser und geeignete Nistplätze.

Heimische Hecken pflanzen
Dichte Sträucher stehen lassen
Trockene Sandflächen zum Baden anbieten
Vogeltränken aufstellen und regelmäßig reinigen
Ganzjährig geeignetes Körnerfutter anbieten
Auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten
Nisthilfen für Koloniebrüter anbringen

Saubere Futterplätze Reinige Futterstellen und Vogeltränken regelmäßig und entferne feuchtes oder verschmutztes Futter. So bleibt der Treffpunkt für die Spatzenschar hygienisch.

Wusstest du schon?

Gemeinsam schlafen
Haussperlinge schlafen oft gemeinsam in dichten Hecken.
Spatz oder Haussperling?
Der Name „Spatz“ wird im Alltag deutlich häufiger verwendet als „Haussperling“.
Insekten für die Kleinen
Junge Spatzen werden fast ausschließlich mit Insekten gefüttert.
Baden im Sand
Spatzen baden nicht nur im Wasser, sondern auch regelmäßig im Sand.
Gesellige Gartengäste
Haussperlinge gehören zu den geselligsten heimischen Vogelarten.

Verwechslungsgefahr: Haussperling oder Feldsperling?

Beide Arten sehen sich ähnlich, unterscheiden sich aber in einigen gut sichtbaren Merkmalen.

Haussperling

Graue Kopfplatte beim Männchen
Schwarzer Kehlfleck
Häufig in Städten und Dörfern
Lebt in größeren Gruppen

Feldsperling

Kastanienbrauner Kopf
Schwarzer Wangenfleck
Etwas kleiner
Häufiger an Waldrändern und Streuobstwiesen

Ein Blick auf den Kopf hilft Der Feldsperling trägt eine durchgehend kastanienbraune Kopfkappe und einen schwarzen Fleck auf der hellen Wange. Beim Haussperling-Männchen fällt dagegen die graue Kopfplatte auf.

Häufige Fragen zum Haussperling

Ist ein Spatz und ein Haussperling dasselbe?
Ja. „Spatz“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den Haussperling.
Bleiben Haussperlinge im Winter in Deutschland?
Ja. Haussperlinge gehören zu den Standvögeln und bleiben das ganze Jahr über in ihrem Revier.
Was fressen Spatzen im Winter?
Vor allem Körner, Samen, Hirse, Sonnenblumenkerne und weiches Streufutter.
Warum sieht man Spatzen fast immer in Gruppen?
Haussperlinge sind sehr soziale Vögel und leben meist in kleinen Kolonien. Gemeinsam suchen sie nach Nahrung, baden, ruhen und warnen einander vor Gefahren.
Warum werden Spatzen seltener?
Vor allem moderne Gebäude ohne geeignete Nischen, versiegelte Flächen und ein geringeres Angebot an Insekten und Sämereien erschweren den kleinen Vögeln das Leben.

Fazit

Der Haussperling begleitet den Menschen seit Jahrhunderten und gehört zu den bekanntesten Vogelarten Europas. Sein lebhaftes Verhalten, das ständige Zwitschern und sein ausgeprägtes Sozialleben machen ihn zu einem faszinierenden Gartenbewohner.

Mit naturnahen Gärten, geeigneten Nistplätzen und einem abwechslungsreichen Futterangebot kannst du dazu beitragen, dass sich der kleine Spatz auch künftig in unseren Städten und Dörfern wohlfühlt. Schon wenige einfache Maßnahmen schaffen wertvolle Lebensräume für diesen geselligen Singvogel.

Ein bisschen Platz für die Spatzenschar Vielleicht hörst du schon bald ein lebhaftes „Tschilp“ aus der Hecke – oder entdeckst eine ganze Spatzenrunde beim gemeinsamen Fressen und Sandbaden.
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