Der Haussperling gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Gartenvögeln Deutschlands. Obwohl ihn fast jeder kennt, wird oft übersehen, wie spannend sein Verhalten ist. Spatzen leben in Gruppen, kommunizieren ständig miteinander und sind selten allein unterwegs.
Früher waren Haussperlinge nahezu überall anzutreffen. Heute sind ihre Bestände in vielen Städten rückläufig. Umso wichtiger sind naturnahe Gärten, geeignete Nistmöglichkeiten und ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot.
Haussperling auf einen Blick
Passer domesticus
Sperlinge
14–16 cm
24–39 g
21–25 cm
durchschnittlich 3–5 Jahre
Gärten, Städte, Dörfer und Parks
Samen, Körner und Insekten
Standvogel
April bis August
So erkennst du einen Haussperling
Der Haussperling ist ein kleiner, kräftig gebauter Singvogel mit rundlichem Körper und kurzem, kräftigem Schnabel. Sein Gefieder wirkt überwiegend braun und grau und bietet eine gute Tarnung.
Spatzen bewegen sich meist hüpfend über den Boden und suchen dort gemeinsam nach Nahrung. Auffällig ist ihr ständiges Zwitschern – besonders dann, wenn mehrere Tiere gemeinsam unterwegs sind.
Haussperling-Männchen und Weibchen unterscheiden
Der Haussperling gehört zu den Vogelarten, bei denen sich Männchen und Weibchen gut unterscheiden lassen. Kopfzeichnung, Kehlfleck und Gefiederfarbe geben meist schnell Aufschluss.
Das Haussperling-Männchen
Das Männchen besitzt eine graue Kopfplatte, kastanienbraune Seiten am Kopf und einen auffälligen schwarzen Kehlfleck, der oft auch als „Latz“ bezeichnet wird. Rücken und Flügel sind braun mit schwarzen Streifen.
Je älter das Männchen ist, desto kräftiger fällt häufig der schwarze Brustfleck aus.
Das Haussperling-Weibchen
Das Weibchen wirkt deutlich schlichter. Sein Gefieder ist überwiegend sandbraun bis graubraun. Es besitzt keinen schwarzen Kehlfleck und keine graue Kopfplatte.
Durch die unauffällige Färbung ist das Weibchen während der Brutzeit hervorragend getarnt.
Wie sehen junge Haussperlinge aus?
Junge Haussperlinge ähneln zunächst dem Weibchen. Erst nach der Jugendmauser entwickeln die jungen Männchen ihren charakteristischen schwarzen Kehlfleck und die graue Kopfplatte.
Lebensraum: Wo lebt der Haussperling?
Wie sein Name bereits verrät, lebt der Haussperling besonders gern in der Nähe des Menschen. Besonders wohl fühlt er sich dort, wo Gebäude, Hecken, Sträucher und offene Flächen eng beieinander liegen.
Da Haussperlinge Standvögel sind, bleiben sie das ganze Jahr über in ihrem Revier.
Was frisst ein Haussperling?
Der Speiseplan des Haussperlings verändert sich je nach Jahreszeit. Erwachsene Spatzen fressen überwiegend pflanzliche Nahrung, während Jungvögel in der Brutzeit besonders eiweißreiche Insekten benötigen.
Frühling und Sommer
Während der Brutzeit benötigen die Jungvögel besonders viel Eiweiß. Deshalb sammeln die Eltern unter anderem:
Herbst und Winter
Außerhalb der Brutzeit stehen vor allem pflanzliche Nahrungsquellen auf dem Speiseplan.
An Futterstellen fressen Haussperlinge häufig gemeinsam in kleinen Gruppen.
Brutzeit des Haussperlings
Die Brutzeit beginnt meist im April und reicht bis in den August. Haussperlinge bauen ihre Nester bevorzugt in Gebäudenischen, unter Dachziegeln, in Mauerspalten oder in speziellen Sperlings-Nistkästen.
Das Nest besteht aus Halmen, Gräsern, Federn und weichem Pflanzenmaterial. Während das Weibchen die Eier etwa zwei Wochen lang bebrütet, beteiligt sich das Männchen an der Versorgung und Verteidigung des Reviers.
Nach dem Schlüpfen werden die Jungvögel etwa zwei Wochen lang intensiv gefüttert. Haussperlinge ziehen häufig drei Bruten pro Jahr groß.
Gesang und Verhalten
Der typische Ruf des Haussperlings besteht aus kurzen, kräftigen „Tschilp“-Lauten. Besonders morgens und abends entsteht in größeren Gruppen ein lebhaftes Konzert.
Haussperlinge gelten als ausgesprochen gesellige Vögel. Sie leben fast immer in kleinen Kolonien und verbringen viel Zeit gemeinsam beim Fressen, Baden oder Ruhen.
So kannst du Haussperlinge unterstützen
Mit einfachen Maßnahmen lässt sich ein Garten spatzenfreundlich gestalten. Wichtig sind geschützte Rückzugsorte, natürliche Nahrungsquellen, Wasser und geeignete Nistplätze.
Wusstest du schon?
Haussperlinge schlafen oft gemeinsam in dichten Hecken.
Der Name „Spatz“ wird im Alltag deutlich häufiger verwendet als „Haussperling“.
Junge Spatzen werden fast ausschließlich mit Insekten gefüttert.
Spatzen baden nicht nur im Wasser, sondern auch regelmäßig im Sand.
Haussperlinge gehören zu den geselligsten heimischen Vogelarten.
Verwechslungsgefahr: Haussperling oder Feldsperling?
Beide Arten sehen sich ähnlich, unterscheiden sich aber in einigen gut sichtbaren Merkmalen.
Haussperling
Feldsperling
Häufige Fragen zum Haussperling
Fazit
Der Haussperling begleitet den Menschen seit Jahrhunderten und gehört zu den bekanntesten Vogelarten Europas. Sein lebhaftes Verhalten, das ständige Zwitschern und sein ausgeprägtes Sozialleben machen ihn zu einem faszinierenden Gartenbewohner.
Mit naturnahen Gärten, geeigneten Nistplätzen und einem abwechslungsreichen Futterangebot kannst du dazu beitragen, dass sich der kleine Spatz auch künftig in unseren Städten und Dörfern wohlfühlt. Schon wenige einfache Maßnahmen schaffen wertvolle Lebensräume für diesen geselligen Singvogel.