Mit seinem leuchtend grünen Gefieder, der roten Kopfkappe und seinem markanten „Lachen“ gehört der Grünspecht zu den auffälligsten heimischen Spechten.
Anders als seine Verwandten verbringt er viel Zeit auf dem Boden und ernährt sich am liebsten von Ameisen. Erfahre, wie du den Grünspecht erkennst, was er frisst und wie du ihn in deinem Garten unterstützen kannst.
Grünspecht auf einen Blick
Picus viridis
Spechte
30–36 cm
150–220 g
40–52 cm
durchschnittlich 5-7 Jahre
Wälder, Parks, Streuobstwiesen und große Gärten
Ameisen, Ameisenlarven und Insekten
Standvogel
April bis Juni
So erkennst du einen Grünspecht
Der Grünspecht ist etwa so groß wie eine Taube und besitzt ein leuchtend olivgrünes Gefieder. Rücken und Flügel sind kräftig grün gefärbt, während Bürzel und Schwanz leicht gelblich wirken.
Oft entdeckt man ihn nicht zuerst im Baum, sondern auf einer Wiese oder Rasenfläche. Dort hüpft er gemächlich umher und sucht mit seiner langen Zunge nach Ameisen.
Sein Flug verläuft typisch spechtartig: Einige kräftige Flügelschläge wechseln sich mit kurzen Gleitphasen ab.
Grünspecht-Männchen und Weibchen unterscheiden
Mit etwas Übung lassen sich beide Geschlechter gut unterscheiden. Der wichtigste Hinweis ist der Bartstreif.
Das Grünspecht-Männchen
Das Männchen besitzt einen auffälligen roten Bartstreif mit schwarzer Umrandung. Zusammen mit der roten Kopfkappe wirkt sein Gesicht besonders kontrastreich.
Während der Balz macht das Männchen durch laute Rufe und Revierflüge auf sich aufmerksam.
Das Grünspecht-Weibchen
Das Weibchen trägt ebenfalls eine rote Kopfkappe. Der Bartstreif ist jedoch vollständig schwarz und enthält keine roten Federn.
Ansonsten unterscheiden sich beide Geschlechter nur wenig.
Wie sehen junge Grünspechte aus?
Junge Grünspechte besitzen ein deutlich stärker geflecktes Gefieder. Auch Kopf und Brust wirken zunächst weniger einfarbig als bei erwachsenen Vögeln.
Erst nach der ersten Mauser entwickelt sich das typische Erscheinungsbild.
Lebensraum: Wo lebt der Grünspecht?
Der Grünspecht bevorzugt abwechslungsreiche Landschaften mit alten Bäumen und offenen Flächen.
Entscheidend ist, dass ausreichend Ameisen vorhanden sind. Deshalb sind extensiv genutzte Wiesen und natürliche Rasenflächen für ihn besonders attraktiv.
Alte Bäume benötigt der Grünspecht zusätzlich als Brutplatz. Dort meißelt er jedes Jahr eine neue Bruthöhle in weiches Holz.
Da Grünspechte Standvögel sind, bleiben sie das ganze Jahr über in ihrem Revier.
Was frisst ein Grünspecht?
Der Grünspecht gehört zu den größten Ameisenspezialisten Europas.
Frühling und Sommer
Seine Nahrung besteht fast ausschließlich aus Ameisen und deren Entwicklungsstadien.
Gelegentlich frisst er zusätzlich Käfer, Raupen, Spinnen und andere Insekten. Auch die Jungvögel werden überwiegend mit Ameisen gefüttert.
Herbst und Winter
Selbst im Winter bleiben Ameisen die wichtigste Nahrungsquelle. Nur wenn der Boden gefroren oder schneebedeckt ist, ergänzt der Grünspecht seinen Speiseplan.
Futterhäuser besucht der Grünspecht deutlich seltener als viele andere Gartenvögel.
Brutzeit des Grünspechts
Die Brutzeit beginnt meist im April. Jedes Jahr meißelt das Brutpaar eine neue Höhle in einen alten Baum. Häufig werden Weiden, Pappeln oder Obstbäume genutzt.
Etwa zwei bis vier Wochen
Meist fünf bis sieben weiße Eier
Etwa zwei Wochen
Rund drei bis vier Wochen
In der Regel eine
Beide Eltern wechseln sich beim Brüten ab. Nach dem Schlüpfen werden die Jungvögel intensiv gefüttert, bevor sie die Bruthöhle verlassen.
Gesang und Verhalten
Der Grünspecht trommelt deutlich seltener als andere Spechte. Stattdessen ist er für seinen lauten, lachenden Ruf bekannt.
Das langgezogene „klü-klü-klü-klü-klü“ klingt fast wie ein herzliches Lachen und ist oft schon von Weitem zu hören. Besonders im Frühjahr dient dieser Ruf dazu, das Revier zu markieren und einen Partner anzulocken.
Anders als Buntspechte verbringt der Grünspecht erstaunlich viel Zeit am Boden. Dort läuft oder hüpft er über Wiesen und sucht nach Ameisenhügeln.
So kannst du Grünspechte unterstützen
Mit einem naturnahen Garten kannst du Grünspechten wertvolle Lebensräume bieten.
Bestand und Schutz
Der Grünspecht zählt in Deutschland noch zu den verbreiteten Spechtarten. Dennoch ist er auf geeignete Lebensräume angewiesen.
Der Verlust alter Bäume, die intensive Nutzung von Wiesen und der Rückgang natürlicher Insektenbestände können sich negativ auf seine Population auswirken.
Naturnahe Gärten mit alten Bäumen, offenen Wiesenflächen und einem reichen Insektenangebot bieten dem Grünspecht wertvolle Rückzugsorte.
Wusstest du schon?
Der Grünspecht wird oft auch „Ameisenspecht“ genannt.
Seine Zunge kann bis zu zehn Zentimeter lang werden.
Er verbringt mehr Zeit auf dem Boden als jeder andere heimische Specht.
Sein berühmter Ruf klingt wie ein lautes Lachen.
Jedes Jahr baut der Grünspecht eine neue Bruthöhle.
Verwechslungsgefahr: Grünspecht oder Buntspecht?
Obwohl beide Arten zur Familie der Spechte gehören, unterscheiden sie sich deutlich.
Grünspecht
Buntspecht
Häufige Fragen zum Grünspecht
Fazit
Mit seinem leuchtend grünen Gefieder, seiner roten Kopfkappe und seinem unverwechselbaren „Lachen“ gehört der Grünspecht zu den faszinierendsten heimischen Spechten.
Seine Vorliebe für Ameisen und seine ungewöhnliche Lebensweise machen ihn zu einem besonderen Gast in naturnahen Gärten und Parks.
Wer alte Bäume erhält, auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet und Wiesen nicht zu intensiv pflegt, schafft gute Voraussetzungen dafür, dass sich der Grünspecht dauerhaft wohlfühlt.